Saldo-Brief Nr. 9 von erwinschmaeh.ch (26.10.2010)

Der Newsletter "Saldo-Brief" ist für Klein-Unternehmer gedacht die den Mut haben die KMU Nachfolgeregelung in Ihrem Unternehmen anzugehen. Vielleicht fühlen sich Söhne und Töchter von Kleinunternehmer angesprochen, oder auch Nachfolger von Unternehmen die durch unabhängige Finanzberatung Unterstützung wünschen. Möglicherweise finden sogar Berater von Kleinunternehmer interessante Tipps für die KMU Nachfolgeregelung und Frühpensionierung.

Erwin Schmäh:
Unabhängige Finanzberatung, Frühpensionierung, KMU Nachfolgeregelung

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Verantwortlich für den Saldo-Brief ist:

Erwin Schmäh
Pensionierung und Nachfolgeregelung
Postfach 725
CH-8910 Affoltern am Albis

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Was können Sie von diesem Saldo-Brief erwarten?

1. Guten Tag und Grüezi mitenand..
2. Einkauf von Beitragsjahren in die Pensionskasse: Bundesgerichtsentscheid.
3. Steuerharmonisierung: Wer soll das bezahlen?
4. Halten Sie es aus, viel Geld zu verdienen und im Überfluss zu leben?
5. Und zum Schluss noch dies...

 

 

1. Guten Tag und Grüezi mitenand...

Können Sie sich vorstellen, dass mentale Vorbereitung in unserem Leben nützlich sein könnte? Gerade eben lese ich in dem hervorragenden Buch "Die obere Hälfte des Motorrades" von Bernt Spiegel, wie sich Motorradfahrer schwierige Rennstrecken einprägen. Die Rennfahrer stellen sich die Fahrt auf der Rennstrecke auf einer inneren Leinwand vor, wie das "Abspielen des Handlungsfilms". Offenkundig geschieht das sogar synchron, die Rundenzeiten im imaginierten Ablauf stimmen mit den tatsächlichen Rundenzeiten bis auf wenige Sekunden überein. Aus dem empfehlenswerten Buch entnehme ich ebenfalls, dass ein guter Motorrad-fahrer in einer Kurve seinen Blick möglichst bis ans Ende der Kurve zu richten hat, sogar den weiteren Kurvenverlauf innerlich weiter entwickeln soll. Mit dieser Technik ist es ihm möglich, schnell und sicher diese Kurve zu meistern. Den Blick auf keinen Fall vor sich auf den Boden zu richten, ist übrigens eine hilfreiche Technik die für Autofahrer oder Skifahrer ebenfalls gilt und funktioniert, wie ich selber schon verschiedene Male erlebt habe.

Schon lange bin ich zur Überzeugung gelangt, dass wir uns auch im täglichen Leben öfters um unsere mentalen Zustand kümmern sollten. Haben Sie sich z.B schon mal gefragt wie das Tennisass Roger Federer seine mentale Stärke aufbaut? Kann es sein, dass dieser Könner dank seiner mentalen Vorbereitung schliesslich zum Ausnahmekönner wurde? Ich will damit nicht behaupten, nur durch mentale Vorbereitung schon morgen als Tennisstar ein Turnier bestreiten zu können. Aber ich bin der festen Überzeugung, wir alle könnten uns die gleiche mentale Stärke aneignen. Und das wäre schon ziemlich gut, oder was denken Sie? Übrigens, einer der Gründe weshalb ich mich jetzt schon seit beinahe zwei Jahren mit Hypnose und Hypnosetherapie beschäftige. Es kann doch nicht sein, dass wir uns so wenig um unser Unterbewusstsein kümmern obwohl dieses viel stärker als unsere Bewusstseinsebene, auf unser Menschsein einwirkt, . Erfolgreiche Sportler haben das schon lange erkannt und auch Menschen die an einer einzigen Hypnosesitzung ihre panische Angst vor Spritzen oder Spinnen verlieren, stellen verwundert fest, welche Kraft in ihnen schlummert.

Irgendwie muss es uns gelingen unsere Kraft in die gewünschte Richtung zu lenken. Schon der Fahrlehrer hat uns geleert, in schwierigen Situation im Strassenverkehr den Fokus nicht auf ein Hindernis zu richten, sondern in die zu fahrende Richtung. Der Blick des Autofahrers soll sogar hinter die zu durchfahrende Lücke gerichtet werden. Automatisch hilft so das Unterbewusstsein des Fahrers, die Lücke zu finden und das Auto durch die Lücke zu lenken, dorthin also wo unser Fokus liegt. Können wir diese Erkenntnis ins tägliche Leben transferieren? Stellen Sie sich vor wie wir unseren Fokus auf ein Ziel richten, da wo Sie hin wollen, damit ihr Unterbewusstsein still und leise den Weg findet, an den Hindernissen vorbei.

2. Einkauf von Beitragsjahren in die Pensionskasse.

Die meisten Leser werden es nicht glauben. Um was geht es? Eine gesetzliche Regel die den Einkauf von Beitragsjahren in die Pensionskasse definiert und sogar vom Parlament zwecks Verhinderung der Steueroptimierung eingerichtet wurde, gilt so nicht mehr. Sie wurde vom Bundesgericht neu interpretiert. Vorsicht also, wenn Sie vor der Pensionierung stehen und fehlende Beitragsjahre in die Pensionskasse einkaufen wollen.

Sogar das Bundesamt für Sozialversicherung war der Meinung, dass Art. 79b BVG so interpretiert werden kann, wie er im Gesetz geschrieben steht und von gesunden Menschen auch verstanden wird: "...wurden Einkäufe getätigt, so dürfen die daraus resultierenden Leistungen innerhalb der nächsten drei Jahre nicht in Kapitalform bezogen werden.."
D.h., Geld, welches in den drei letzten Jahren vor der Pensionierung in die Pensionskasse eingezahlt wird, kann zum Zeitpunkt der Pensionierung nicht in Kapitalform bezogen werden, das restliche Altersguthaben hingegen schon. (Immer vorausgesetzt das Vorsorgereglement erlaubt dieses Vorgehen.).

Sie ahnen es, weit gefehlt. Ich mache es kurz, denn die ausführliche Version des Bundesgerichtsentscheids finden Sie hier auf meiner Seite. Als Fazit zu diesem Bundesgerichtsentscheid muss ein BVG Versicherter von folgender neuen Situation ausgehen: “Wer nur schon EINEN TEIL seiner Pensionskasse in Kapitalform beziehen will, darf in der drei jährigen Sperrfrist vor der Pensionierung KEINE Einkäufe von Beitragsjahren in die Pensionskasse leisten. Und: Wer in dieser Dreijahresperiode UNBEDINGT PK-Einkäufe steuerlich geltend machen will, muss dann das GANZE Alterskapital als RENTE beziehen."

Was lernen wir daraus? Das vom Stimmbürger gewählte Parlament welches ein Gesetz verabschiedet, kann nicht für Rechtssicherheit sorgen. Nein es sind die vom Bundesrat gewählten Bundesrichter welche je nach Zusammensetzung, politischer Einstellung und vielleicht Tagesform das besagte Gesetz interpretieren und schliesslich bestimmen wie sich ein Gesetzesartikel für den BVG-Versicherten auswirkt.

Das wiederum bestärkt mein Vorgehen in der Beratung, indem ich eher vorsichtig und nur bewährte Massnahmen zur Steueroptimierung empfehle. Was aber nicht heisst, dass ich grundsätzlich für hohe Steuern bin, und das bringt mich zum nächsten Punkt.

3. Steuerharmonisierung: Wer soll das bezahlen?

Was ich von Steueroptimierung halte und insbesondere vom Thema Steuerhinterziehung habe ich schon im Saldo-Brief Nr. 3 geschrieben und dabei bleibe ich. Was soll aber von der Volksinitiative "für faire Steuern" zu halten sein? Die SP Initiative kommt im November 2010 zur Abstimmung und es geht dabei um die Superreichen, Topverdiener, Abzocker und üblichen Verdächtigen die den Anderen das Geld aus der Tasche ziehen. Oder ist das zu polemisch?

Ich nehme es vorweg: In der Schweiz verdienen etwa 32'000 Menschen über 250'000 Franken. Das sind nicht einmal 1% der Steuerpflichtigen die dem Bund heute 35% aller Einnahmen aus der Bundessteuer abliefern. Die Initiative will genau diese Steuerzahler stärker besteuern indem für jeden Franken, der über einer bestimmten Einkommensgrenze liegt, mindestens 22 Prozent zu bezahlen wären.

Stellen Sie sich doch einmal vor, Sie würden sich jeden Donnerstag mit 100 Freunden zum Lunchen treffen. Nehmen wir weiter an, dass sich die Gesamtrechnung jeweils auf 8'000 Franken beläuft und der reichste Teilnehmer bezahlt 2'800 Franken oder 35% der Gesamtrechnung; die übrigen 99 haben dann noch 52.53 Franken pro Person zu bezahlen. Was geschieht jedoch, wenn dieser "reiche" Freund dem nächsten Treffen fern bleibt und deshalb jeder der 99 anderen seine Rechnung selber bezahlen müsste. In diesem Fall hätte jeder Teilnehmer rund 52% mehr als bisher zu bezahlen, nämlich 80.00 Franken. Es ist mir bewusst, dass der Vergleich ein wenig hinkt, doch die Zahlen sprechen für sich. Es wäre demnach gescheiter, diesem reichen Mitesser ab und an ein Dessert zu spendieren anstatt ihm noch mehr Geld aus der Tasche ziehen zu wollen, oder was meinen Sie?

Um hier Klartext zu schreiben: Ich bin froh gibt es Topverdiener, Superreiche und Vielgeldverdiener. Ganz besonders liebe ich Gutbetuchte und Gestopfte oder wie es bestimmt noch andere herablassende Ausdrücke für Erfolgreiche gibt. Ich wünsche mir in meiner Wohngemeinde viele gute Steuerzahler, denn das sind Frauen und Männer die den Löwenanteil der Steuereinnahmen bestreiten. Schon bemerkt? Nur so kann es einer Gemeinde gelingen ihre finanziellen Bedürfnisse zu decken.

Angeblich ziehen die stärksten Steuerzahler in eine andere Gemeinde oder in den Nachbarkanton, sobald in ihrer Wohngemeinde das Geld der Steuerzahler verschleudert wird. Das empfinde ich als gerecht. Schliesslich soll jeder Kanton ängstlich auf seine Nachbarkantone schielen, wenn es darum geht die Steuertarife anzusetzen. bzw.  die Ausgaben zu beschränken und diszipliniert das Budget einzuhalten. Genau das ist aus Sicht der Steuerzahler sinnvoll, denn der Steuerwettbewerb sorgt für Druck auf schlecht wirtschaftende Kantone. Letzteres scheint auch einer der Gründe weshalb in den letzten zehn Jahren fast alle Kantone die Tarife bei der Einkommenssteuer senken konnten. Trotzdem profitieren Kantone die über ihre Verhältnisse leben seit 2008 vom Finanzausgleich, indem ein Teil der hohen Überschüsse besser wirtschaftender Kantone und Gemeinden an Problemkantone abgeliefert werden. Übrigens kassiert der Kanton Bern so jährlich über eine Milliarde Franken. Gemäss der SP Initiative wären es aber genau jene gut wirtschaftenden Kantone die vom Bund zu höheren Steuersätzen gezwungen würden. Berechnungen kommen zum Schluss, dass etwa 15 Kantone ihre Einkommenssteuern und 16 Kantone ihre Vermögenssteuern erhöhen müssten. Da beisst sich der Hund in den eigenen Schwanz.

Natürlich könnte ich hier auch etwas von Gerechtigkeit schreiben oder wie ungerecht es ist, dass nicht alle Menschen erfolgreich sein können und Geld im Überfluss verdienen. Ob Sie zu denjenigen gehören die es verdient haben reich zu sein, können Sie ganz einfach testen. Doch davon im nächsten Kapitel.

4. Halten Sie es aus viel Geld zu verdienen und im Überfluss zu leben?

Jeder kennt Menschen die viel arbeiten, sogar sehr viel Arbeiten. In ihrem Unternehmen betreiben sie professionelles Marketing, sorgen für ein ausgeklügeltes Zeitmanagement und sind trotzdem nicht wirklich erfolgreich.

Was heisst: "nicht wirklich erfolgreich"? Verglichen mit dem Aufwand und der Qualität der Arbeit resultiert ein viel zu geringer Erfolg. Es gibt noch eine Sorte Menschen, die ihren eigenen Erfolg sabotieren, Sie kenne sie auch. Menschen die ein Unternehmen starten bzw. eine Anstellung annehmen und sofort unglaublich erfolgreich sind. Alles flutscht und die Aufträge kommen aus dem Nichts: So wie es sich jeder Unternehmer wünscht. Doch plötzlich geschieht etwas, was von aussen wie ein unglücklicher Zufall aussieht. Irgendwie geschieht es diesen Menschen immer wieder, ihren Erfolg zu behindern, sei es durch eine Krankheit, einen Unfall oder sonstige unerklärliche Umstände. Es scheint in diesen Menschen eine Instanz zu geben, die verhindert, dass der Erfolg von Dauer ist.

Kommt Ihnen das bekannt vor? Wir alle kennen solche Menschen, vielleicht sind es sogar Freunde und Bekannte in unserer Nachbarschaft. Uns betrifft es selbstverständlich nicht, oder? Möglicherweise wollen Sie diesen Punkt prüfen, nur um sicher zu gehen, dass in Ihrem Inneren keine solche negativ wirkende Instanz besteht. Wäre doch schade? Sie können zu sich sagen: "Ich habe es verdient in Wohlstand und Reichtum zu leben denn Überfluss ist der natürliche Zustand?" Sind Sie gerade eben, bei diesem letzten Satz zusammen gezuckt, oder hat sogar etwas in Ihrem Inneren rebelliert und Sie grinsten abschätzig vor sich hin? Bevor Sie den Saldo-Brief gleich kündigen, weil Sie dachten im Saldo-Brief schreibe ich nur über's Geld verdienen oder erkläre wie man die Pensionierung clever plant, warten Sie noch einen kleinen Augenblick, es kommt noch besser.

Sind Sie bereit für ein kleines Experiment? Spulen Sie in Ihren Erinnerungen versuchsweise zurück in die Vergangenheit, dort hin wo Sie aufgewachsen sind und die ersten Jahre ihres Lebens verbracht haben. Spulen Sie genau zu einem jener Zeitpunkte als über Geld und Reichtum der anderen Leute gesprochen wurde. Was ist Ihr erster Gedanke, oder ihr erstes Bild das Ihnen in den Sinn kommt? Wie passt dieser Gedanke zu einem positiven Bild von Reichtum und Überfluss? Erinnern Sie sich vielleicht an Ausdrücke wie: "Reiche Säcke", oder "Geld verdirbt den Charakter", oder, "Geld macht nicht glücklich." Sie können sich wahrscheinlich leicht vorstellen, dass unsere Umgebung, in welcher wir die ersten Lebensjahre verbracht haben, unsere Gefühle zu Geld und Reichtum beeinflusst haben und wahrscheinlich noch immer beeinflussen. Ist es in diesem Fall wunderlich, wenn sich unser Unterbewusstsein meldet, sollten wir plötzlich zu Geld und Reichtum kommen, aber der Glaubenssatz "Geld verdirbt den Charakter" fest in uns verankert ist?

Bevor Sie also in Zukunft mit aller Macht versuchen den tief im Inneren verankerten Glaubenssatz zu überlisten, scheint es einfacher zu sein, zuerst den hinderlichen Glaubenssatz zu bearbeiten, anstatt nur härter zu chrampfen um erfolgreich zu sein.

Und zum Schluss noch dies...

Wie ich gerade feststelle wurde dieser Saldo-Brief Nr. 9 ziemlich philosophisch. Wenn es Ihnen zu viel wird, kündigen Sie den Saldo-Brief ganz einfach. Andernfalls hoffe ich auf Feedbacks, denn Ihre Meinung zu meinem Newsletter interessiert mich. Nur so kann ich in meiner Themenauswahl weitere interessante Themen beifügen.

Von meinen Kunden die den Saldo-Brief abonniert haben, kriege ich regelmässig E-Mails mit Fragen und Anregungen. Gerne würde ich auch von der schweigenden Vielzahl unbekannter Leser etwas öfter Meinungen hören. Einige die noch nicht Kunden sind, werden sich vielleicht zuerst auf meiner Webseite Pensionierung und Nachfolgeregelung hilfreiche Informationen herunter laden bevor sie dann mit mir Kontakt aufnehmen. Hilfreicher wäre es allerdings, wenn Sie vielleicht schon heute eine E-Mail senden, sollten Sie etwas auf meiner Seite vermissen. Ich bin bestrebt ständig Neues zu schreiben. Wenn Ihnen also etwas fehlt, melden Sie sich.



Bis auf bald?

Ihr Erwin Schmäh
Pensionierung und Nachfolgeregelung

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Erwin Schmäh - Pensionierung und Nachfolgeregelung
Postfach 725 - CH-8910 Affoltern am Albis - 044 760 35 88

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Das waren die letzten Saldo-Brief Ausgaben:

 

 

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